Wenn der Hausrat mit ins Ausland zieht: Was bei einem internationalen Umzug anders ist

Ein neuer Job in Barcelona, einige Jahre in den USA oder der dauerhafte Wechsel in ein anderes Land: Wer seinen Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegt, beschäftigt sich zunächst meist mit der neuen Wohnung, dem Arbeitsbeginn, Behördengängen oder der Schule für die Kinder. Irgendwann steht dann aber die sehr praktische Frage im Raum: Was passiert eigentlich mit dem gesamten Hausrat?

Bei einem Umzug innerhalb derselben Stadt ist die Antwort vergleichsweise einfach. Schrank, Sofa, Bücher und Geschirr werden verpackt, verladen und am neuen Wohnort wieder ausgeladen. Sobald mehrere Länder oder sogar Kontinente zwischen alter und neuer Adresse liegen, bekommt dieselbe Aufgabe eine andere Dimension.

Dann lohnt es sich schon vor dem Packen zu überlegen, was tatsächlich mitkommen soll.

Muss wirklich alles mit?

Ein internationaler Umzug ist ein guter Anlass, den eigenen Hausstand einmal etwas kritischer anzusehen. Nicht jedes Möbelstück, das seit Jahren im Keller steht, muss zwangsläufig mehrere tausend Kilometer zurücklegen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Umzug ins Ausland automatisch mit radikalem Aussortieren verbunden sein muss. Bei hochwertigen Möbeln, persönlichen Erinnerungsstücken oder einer Einrichtung, die am neuen Wohnort weiter genutzt werden soll, kann die Mitnahme selbstverständlich sinnvoll sein.

Interessanter wird die Entscheidung bei Dingen, deren Transportaufwand möglicherweise keinen Sinn macht oder die sogar von der Einfuhr in das Zielland ausgeschlossen sind.

Vor dem Umzug sollten Sie daher diese Fragen klären:

  • Darf ich bestimmte Sachen überhaupt in das Zielland mitnehmen? Beispielsweise sind in manchen Ländern bestimmte Bücher, Bilder, Alkohol, Tierprodukte wie Elfenbein oder präparierte Tiertrophäen und andere Dinge von der Einfuhr ausgeschlossen.
  • Macht es Sinn, gewisse Dinge mitzunehmen, wenn ich sie wahrscheinlich gar nicht nutzen werde? Beispielsweise muss eine Skiausrüstung nicht an einen Ort mit tropischem Klima umziehen. Es kann auch wenig sinnvoll sein, Schränke mitzunehmen, wenn man in eine Wohnung oder ein Haus mit Einbauschränken zieht, wie es in den USA häufig der Fall ist.
  • Möglicherweise geht der Umzug in ein Land oder eine Region, in der manche Dinge für das tägliche Leben nicht erhältlich oder nur sehr teuer zu kaufen sind. Dann kann es sinnvoll sein, über die Anschaffung solcher Dinge rechtzeitig nachzudenken und sie mit dem Umzugsgut zu transportieren.
  • Werde ich nach kurzer Zeit wieder zurückziehen und macht es daher vielleicht eher Sinn, einige Dinge nicht mit umzuziehen, sondern bis zur Rückkehr günstig einzulagern?

Ein Sofa reist anders nach Paris als nach New York

„Internationaler Umzug“ ist ein ziemlich weiter Begriff. Zwischen einem Umzug von Deutschland in ein europäisches Nachbarland und einem Überseeumzug liegen erhebliche Unterschiede.

Innerhalb Europas kann der Transport beispielsweise auf dem Landweg erfolgen. Bei einem Umzug über den Atlantik oder in andere weit entfernte Regionen kommen dagegen andere Transportmittel infrage. Das beeinflusst nicht nur die Dauer, sondern auch die Vorbereitung des Umzugsguts.

Ein auf internationale Umzüge spezialisiertes Unternehmen wie HERTLING Umzüge plant den Transport deshalb anhand des jeweiligen Ziels, des Umfangs des Hausrats und der konkreten Rahmenbedingungen. Eine universelle Lösung für jeden Auslandsumzug gibt es nicht.

Für die Umziehenden bedeutet das vor allem: Die Entfernung allein sagt noch wenig darüber aus, wie der eigene Hausrat am sinnvollsten ans Ziel gelangt.

Verpacken für mehr als eine Fahrt durch die Stadt

Auch beim Packen macht es einen Unterschied, welchen Weg Möbel und persönliche Gegenstände vor sich haben. Im Stadtverkehr oder im Fernverkehr mit luftgefederten Umzugs-Lkw wird häufig mit Decken und Stretchfolie verpackt. Wenn das Umzugsgut dagegen in einem Seecontainer verladen, zum Hafen transportiert und anschließend über größere Entfernungen verschifft und gegebenenfalls umgeladen wird, wird das Umzugsgut „überseemäßig“ verpackt. Dies bedeutet einen deutlich höheren personellen und materiellen Einsatz bei der Verpackungsarbeit.

Das gilt besonders für Gegenstände, bei denen sich ein Schaden nicht einfach durch einen Neukauf beheben ließe: Erinnerungsstücke, Kunst, Antiquitäten oder individuell angefertigte Möbel haben häufig nicht nur einen materiellen Wert.

Der Koffer reist besser mit dem Menschen

Wer selbst heute ins Flugzeug steigt, kann nicht automatisch davon ausgehen, dass der Hausrat morgen ebenfalls da ist. Bei internationalen Umzügen können zwischen der eigenen Ankunft und der Anlieferung des Umzugsguts längere Zeiträume liegen.

Deshalb gehört nicht alles, was mit umzieht, zwangsläufig in dieselbe Sendung.

Reisepässe und andere wichtige persönliche Dokumente sollten ebenso unmittelbar verfügbar bleiben wie regelmäßig benötigte Medikamente. Gleiches kann für Laptop, Arbeitsunterlagen, Kleidung für die erste Zeit oder persönliche Dinge gelten, auf die man nicht mehrere Wochen verzichten möchte.

Das klingt banal, wird aber schnell relevant, wenn man am neuen Wohnort vorübergehend mit dem Inhalt von zwei Koffern auskommen muss.

Praktisch ist deshalb eine gedankliche Trennung zwischen „Das zieht mit“ und „Das brauche ich bei meiner Ankunft“.

An der Grenze gelten nicht überall dieselben Regeln

Spätestens beim Umzug in ein Land außerhalb der Europäischen Union kommt ein Thema hinzu, das beim Umzug von Berlin nach München keine Rolle spielt: Einfuhr- und Zollbestimmungen.

Welche Regelungen gelten, hängt vom jeweiligen Zielland ab. Deshalb sind pauschale Aussagen darüber, welche Unterlagen oder Voraussetzungen für jeden internationalen Umzug erforderlich sind, wenig hilfreich.

Wer innerhalb der EU umzieht, findet grundlegende Informationen zum Leben und Arbeiten in anderen Mitgliedstaaten beispielsweise auf dem offiziellen Portal Your Europe der Europäischen Union. Bei Umzügen in Drittstaaten sollten dagegen die jeweiligen Bestimmungen des Ziellandes geprüft werden.

Auch der deutsche Zoll stellt Informationen rund um Zollbestimmungen und den grenzüberschreitenden Warenverkehr bereit.

Solche offiziellen Quellen sind gerade bei internationalen Umzügen sinnvoll: Regelungen können sich ändern, und was für ein Zielland gilt, muss für ein anderes noch lange nicht zutreffen.

Aber jedes auf internationale Umzüge spezialisierte Umzugsunternehmen, das auch Mitglied bei FIDI oder IAM ist, kann zu den jeweiligen Zielorten über die aktuellen Zollbestimmungen für Umzugsgut informieren.

Und was steht am Ende vor der neuen Haustür?

Bei aller Organisation rund um Entfernung und Transport wird ein sehr lokaler Punkt leicht übersehen: Auch am Ziel muss das Umzugsgut schließlich vom Fahrzeug in die Wohnung gelangen.

Ist die Zufahrt möglich? Gibt es einen Aufzug? Wie breit sind Treppenhaus und Türen? Liegt die Wohnung im fünften Stock eines Altbaus oder kann direkt vor dem Haus entladen werden?

Solche Fragen wirken neben einem Transport über Ländergrenzen beinahe nebensächlich. Für den tatsächlichen Umzugstag sind sie es nicht.

Wer schon einmal festgestellt hat, dass ein großes Möbelstück zwar problemlos durch halb Europa transportiert wurde, aber nicht durch die Tür der neuen Wohnung passt, weiß warum.

Überraschungen dieser Art können aber ebenfalls ausgeschlossen werden. Entweder hat der Umzugskunde die Entladestelle bereits selbst in Augenschein genommen. Sollte dies nicht möglich sein, kann eine Überprüfung der Anlieferungssituation vor Ort durch das Partnernetzwerk einer international tätigen Umzugsfirma individuell durchgeführt werden.

Aber eines haben Umzüge, ob lokal, national oder international, gemeinsam!

Zwischen all den Begriffen rund um Transportwege, Ländergrenzen und Formalitäten lässt sich leicht vergessen, worum es eigentlich geht: Der eigene Hausstand soll möglichst gut vom bisherigen in das neue Zuhause gelangen.

Die Dimensionen können dabei sehr unterschiedlich sein. Für den einen führt der Weg ins europäische Nachbarland, für den anderen auf einen anderen Kontinent. Manche nehmen nahezu ihre gesamte Einrichtung mit, andere nur einen ausgewählten Teil.

Gerade deshalb gibt es für internationale Umzüge keine Schablone, die auf jeden Haushalt passt.

Wer früh entscheidet, was wirklich mit soll, was während der ersten Zeit selbst benötigt wird und welche Anforderungen der konkrete Transport stellt, hat bereits einige der wichtigsten praktischen Fragen beantwortet.

Und irgendwann stehen Sofa, Bücher und Lieblingskaffeetasse dann tatsächlich wieder zusammen an einem Ort – nur eben ein paar hundert oder ein paar tausend Kilometer weiter.

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